Werft in Sicht

Di 03.11.2026 3 Nov 2026

Werft in Sicht

Abfahrt nach Bremerhaven am Sonntag, 3.1.27

Bereits im Juni haben wir verkündet, dass am Ruderschaft eine Undichtigkeit besteht – so ist das bei Oldtimern manchmal. Dieser Schaden lässt sich nur beheben, wenn das Schiff außerhalb des Wassers im Dock liegt. Um die Undichtigkeit zu beseitigen, müssen wir zuerst das Ruderblatt abnehmen. Es wiegt etwa vier Tonnen und muss mit Kettenzügen abgesenkt werden. Anschließend können wir den Ruderschaft ausbauen, also die „Achse“, an der das Ruderblatt hängt. So kommen wir an die Dichtungen, die das Eindringen von Seewasser verhindern sollen. Diese Dichtungen, die zugehörige Messingbuchse und das große Kugellager, das den Ruderschaft trägt, werden durch neue ersetzt. Bei einer so alten Anlage dürfte das allerdings kniffliger werden, als man auf den ersten Blick vermutet. Danach wird alles wieder zusammengebaut, und es geht zurück nach Hamburg. Die Reparatur ist Voraussetzung für die turnusmäßige Erneuerung der Schiffszertifizierung.

Dank der Zusage von 110.000 € im April aus dem Sanierungsfonds Hamburg auf Antrag von SPD und GRÜNEN waren wir zu diesem Zeitpunkt schon voll in der Planung. Ursprünglich war der Werfttermin für September 2026 geplant, aber es ist unfassbar schwer, in Hamburg einen Werfttermin zu bekommen.(*) Es wurde immer klarer, dass es trotz aller Bemühungen und Planungen nicht möglich sein würde, in Hamburg einen verlässlichen Termin zugesichert zu bekommen. Weil wir (zu) lange an drei spielfreien Wochen festgehalten hatten, gab es im September nur spärlich Programm. Nach langer Recherche, viel Warten und Bangen, unzähligen Telefonaten, Unterstützung aus dem erweiterten Stubnitz-Netzwerk und maßgeblich dank sehr zugewandter Hintergrundgespräche mit FRS Helgoline kamen endlich Klarheit und Sicherheit. In der Zwischenzeit konnten wir für den Werftaufenthalt weitere Unterstützer*innen gewinnen: ZEIT Stiftung Bucerius, Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Stiftung Hamburger Hilfsspende greifen uns dankenswerterweise unter die Arme.

Wir legen am 3.1. in Hamburg ab und fahren nach Bremerhaven in die Bredo-Werft. Spätestens am 22. oder 23. Januar wollen wir zurück sein und freuen uns auf das Veranstaltungsjahr 2027 mit euch.

Betriebsstoffe für Fahrt und Heizung sind sehr teuer (wisst ihr ja selbst) – und Wochen ohne Veranstaltungen an Bord und damit ohne Einnahmen sind für uns immer belastend und aufreibend.

Vor welcher Aufgabe wir finanziell insgesamt stehen, legen wir gerade ganz neu transparent dar: „Der gemeinnützige Verein hat es sich zum Auftrag gemacht, einen progressiven Kulturbetrieb zu führen und damit 2.500 Tonnen Schiff aus den 60er Jahren denkmalgerecht zu erhalten. Öffentliche Gelder fließen leider nur in einzelnen Projektphasen. Daher ist die Stubnitz auf der Suche nach regelmäßigen, auch größeren Zuwendungen und Sponsoring von Stiftungen und Geldgeber*innen. Konkret würden durchschnittlich ca. 350.000 € im Jahr die Stubnitz in die Lage versetzen, Zukunft zu gestalten und Potenziale zu entfalten. Ein Schiff zu unterhalten ist komplex und eine kleinteilige, intensive Daueraufgabe.“


(*) Unser Auftrag ist für uns finanziell enorm, im Vergleich zu üblichen Werftaufträgen aber eher klein. Die Hamburger Werften, deren Docks ausreichend Wassertiefe haben, sind derzeit mit Marineaufträgen, Luxusjachten, Kreuzfahrtschiffen und großen Industrieaufträgen ausgebucht. Da will sich niemand mit einer kleinen Oldtimerreparatur den Kalender blockieren. Durch die Verschiebung von September auf Januar sind uns keine direkten Kosten entstanden. Weil ein Werftaufenthalt im September aber lange realistisch aussah, hatten wir für diesen Zeitraum keine Veranstaltungen gebucht. Entsprechend hatten wir deutlich weniger Einnahmen als in einem normalen September, die Auswirkungen davon spüren wir aktuell sehr, autsch.

Das Programm bis Ende 2026 ist vollgepackt und eklektisch wie immer. Im Januar sind wir dann „mal kurz weg“, bevor es bei uns am Baakenhöft wieder rund geht – kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!