Plattenfroster TV - Folge 8

Herzlich willkommen zu unserem neuen Format Plattenfroster TV produziert von der Stubnitz Media Crew, präsentiert von klub forward. Eine zweiwöchentliche Live-Sendung mit Artists und Gesprächsgästen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft. Dazu gibts Einblicke ins Industriedenkmal und Clips aus dem Medienarchiv.

Die Gäste für die achte Ausgabe, am Donnerstag, 27.08.2020, 20:15 Uhr: FELIX KUBIN im Radar-Gespräch mit URS BLASER (Kultur-Kapitän und Teil des 1992er-Gründungskollektivs des Kunstraumschiffes Stubnitz) über „das Internet, Zugang zu Musik und persönliche Erfahrungen“ (Teil 2 von 3). BLURRED TWIN (Harmonium & Voice) - Live: "Blurred Twin breathes inescapable truth and raw humanity into the space around you." DON AMAN (Folktronica, LoFi, Noise) - Live: "Don Aman is a musician searching for new and inventive ways to turn laziness into creativity."

Die Livestreams um 20:15 Uhr findet ihr z.B. hier:
klubforward.org
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und später in HD auf unserem eigenen YouTube-Channel

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»FELIX KUBIN begann mit 12 Jahren, seine ersten Tonexperimente auf einem 4-Spur-Gerät aufzunehmen. Danach breitete sich sein Universum kontinuierlich aus und umfasst heute futuristischen Pop, preisgekrönte Hörspiele, elektroakustische Musik, Lecture Performances und Orchesterkompositionen. Seine Musik ist durchtränkt vom Enthusiasmus für disharmonischen Pop, industriellen Lärm und die Avantgardemusik des 20. Jahrhunderts. 2010 widmete ihm die englische Musikzeitschrift WIRE eine Titelgeschichte. In den letzten 20 Jahren hat er viele Alben mit immer wieder überraschenden konzeptionellen Ansätzen veröffentlicht und weltweit Konzerte gespielt u.a. im MoMA PS1, bei Sonar, Transmediale und CTM, Mutek, Unsound, Wien Modern, Märzmusik, Présences électroniques und Ars Electronica. Er bewegt sich zwischen Hoch- und Untergrundkultur, Clubs und Konzerthallen, denn sein Hauptinteresse gilt der Verschiebung von Kontexten und Erwartungen. Zusammen mit Florian Bräunlich gründete er 2018 das Papiripar Festival 'für Pop, Kunst und Rotation' in Hamburg und entwickelte verschiedene Radioformate, darunter das interaktive DJ-Format „Demo Dandies“ (mit Felix Raeithel) und die 20-teilige Radioserie 'Me & My Rhythm Box' im Rahmen der dOCUMENTA 14.«
http://felixkubin.com

»URS BLASER (BLO) ist Kultur-Kapitän und Teil des 1992er-Gründungskollektivs des Kunstraumschiffes Stubnitz. Vor den 1990er Jahren fuhr er mit dem Medienkunst-Projekt "Radio Subcom" quer durch Europa. Seit 1994 leitet der vormalige Musiker und Tonkünstler (Saxofon & Querflöte, Jazz & improvisierte, elektroakustische & komponierte Musik) als Geschäftsführer und System-Tontechniker den seit 2003 denkmalgeschützten, mobilen Kulturort, der bislang in 22 Städten und 11 Ländern aktiv war. Pro Jahr konnten so seither bis zu 200 Live-Projekte dokumentiert werden und es haben sich tausende Konzerte angesammelt, die im bordeigenen Audio- und Video Archiv schlummern. 2013, 2017 und 2018 erhielt die Stubnitz unter seiner Leitung den hochdotierten Bundeskulturpreis Applaus der Kategorie 1 für kulturell herausragende Livemusikprogramme. Blo administriert, koordiniert und kalkuliert die schiffbaulichen Instandhaltungsmaßnahmen und hält den heißen Draht zu Politik und Behörden.«
http://ms.stubnitz.com/

BLURRED TWIN
Wer in Hamburg seine Füße ganz fest auf dem Boden ruhen lässt, kann ein Erdbeben spüren. Ein Rütteln, das – wenn du es lässt – Mark, Wirbelsäule und Herz zum Zittern bringen kann. Diese leise Urgewalt hat einen Namen. Sie heißt Blurred Twin. Der Mensch hinter dieser Urgewalt hat auch einen Namen. Er heißt Kristin Theresa Drechsler. Als Me And My Two Horses wühlt die Künstlerin und promovierte Philosophin schon seit 2013 den Untergrund auf. Mit Klavier, Akkordeon, Autoharp, Zither, Omnichord, Magnus Chord Organ oder Hammer und Stahlplatte lotet sie das Spektrum menschlicher Gefühlswelten aus und bringt sie dabei zum Leuchten. Wer Drechsler auf der Bühne erlebt hat – egal ob bei ihren Solokonzerten, mit ihrer Band Not The Queen oder bei Support-Gigs für artverwandte Abgrundsforscher*innen wie Gewalt, Lydia Lunch oder Little Annie – verlässt den Konzertort verändert. Im Mai 2018 fand die Autodidaktin zum Harmonium – und gebar in der Verbindung mit diesem zauberhaften Instrument Blurred Twin. Wenige Stunden nach dem Erstkontakt zwischen Mensch und Aerophon entstanden die ersten Songs. Im Oktober 2018 betrat Blurred Twin zum ersten Mal die Außenwelt und hat seitdem nicht nur der Düsterfolkgemeinde, sondern auch eingefleischten Noise-Fans, Kunstpublikum oder Crustpunks den Kopf verdreht. Es verwundert deshalb nicht, dass sie schließlich im März 2020 als Opener von Bohren & der Club of Gore das ausverkaufte K6 auf Kampnagel zum Schweigen brachte. Sie braucht nicht viel um ihr Publikum in Bann zu ziehen. Meist sind es wenige Töne, Drones, die in der Wiederholung ihre Sogwirkung entfalten. Doch dann ist da noch die Stimme, bei der man nicht weiß, ob sie schwebt oder immer tiefer zum Mittelpunkt der Erde sinkt – oder in den Worten einer Zuhörerin: “Man hat das Gefühl die Stille in dem Raum wäre noch ein Stück stiller geworden. Diese ausdrucksstarke Stimme trifft einen, vollkommen unerwartet, mitten ins Herz.“
Die Atmosphäre ihrer Musik ist einerseits finster, wirkt bisweilen sogar als würde der Leibhaftige höchstpersönlich durch sie sprechen, aber dann im nächsten Moment klingt sie wieder zart, zerbrechlich und schließlich tröstend und hoffnungsvoll. Und auch wenn es bisweilen so scheint als wären ihre Lieder aus der Zeit gefallen, sollte man sich nicht täuschen lassen: Hier schlägt der Puls unserer Zeit, die Gefahr läuft, sich in leeren Sinnangeboten zu verlieren und Möglichkeitsräume gegen Ruinen einzutauschen. Dass der Großteil der distanzliebenden hanseatischen Musikchecker*innen noch nicht in der Lage ist, Blurred Twins Schwingungen zu spüren, überrascht nicht. Ein Verbrechen ist es trotzdem. Diese Urgewalt will und muss gehört werden. Und sie wird gehört werden: 2021 erscheint Blurred Twins in Eigenregie produziertes Debütalbum auf dem Hamburger Noise-Rock Label Fidel Bastro.
https://blurredtwin.bandcamp.com/releases
Blurred Twin: YouTube
https://www.instagram.com/blurredtwin/
https://www.facebook.com/blurredtwin/

DON AMAN
Don stepped outside. It felt good to be alone. Don Aman ist mehr als nur ein Anagramm von Madonna. Don Aman sucht stets nach neuen innovativen Möglichkeiten, Faulheit in Kreativität zu verwandeln. Ein Musiker, der an die unbeschreibliche Schönheit eines Laptopmikrofons glaubt. Digitale Kälte, statt analoger Wärme. Am Ende sind eh alles Nullen und Einsen. Hinter dem Decknamen Don Aman verbirgt sich der Hamburger Musiker Marius Magaard, der in den letzten Jahren als Multiinstrumentalist durch Bands und Projekte wie Me And My Two Horses, Herr D.K., Kommando Kant & Not The Queen geistert. Als Don Aman arbeitete er lange im Verborgenen. 2013 begann er, an einer Demoversion von Fruity Loops elektronische Folk-Songs auszubrüten. Wenig später erschienen zwei Bandcamp-EPs, „Music For Sad Children“ und „This May Be What You Want“. Aus Tracks wurden langsam Songs. Der Spirit blieb Lo-Fi. 2019 trat er zum ersten Mal wirklich in die Öffentlichkeit. Anfang des Jahres spielte er sein erstes Konzert, gemeinsam mit der mystischen Blurred Twin und den französischen Noise-TerroristInnen Violent Quand On Aime. Eine Woche später supportete er Sasami im ausverkauften Aalhaus. Auf der Bühne steht er mit Gitarre, Mandoline, Loopstation und einem Kaossilator-Pad. 2020 waren weitere Konzerte geplant, doch der Virus, Sie wissen schon. Währendessen arbeitete Don Aman stets an seinem neusten Werk: „The Tired Sounds Of Don Aman“, der Titel eine Anlehnung an ein Ambient-Epos von Stars Of The Lid.
Die sechs Songs entstanden in diversen Schlafzimmern und Proberäumen in Altona, Wilhelmsburg und Hamm, im Verlauf der letzten vier Jahre. Sie transzendieren mittlerweile die Lo-Fi-Folktronica seiner frühen Tracks, bewegen sich in bester Post-Genre-Manier frei durch die Stile. Ein Song ist ein Piano-Blues, angereichert mit Trip-Hop-Drums und Neil-Young-Gitarren. Ein Bach-Choral wird vom Gitarren-Feedback überspült. Ein Gedicht der indischen Poetin Avideh Shashaani wird zu einem Genregrenzen einreißenden Fiebertraum, irgendwo zwischen Philipp Glass und Four Tet. Und die ganze Zeit lang nervt dieser Unterdruck in den Ohren. Don steps outside. Would you like to follow him?
https://donaman.bandcamp.com/releases
https://www.facebook.com/donamanmusic/

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Jede Spende auf dem Konto geht voll und steuerfrei an uns, da wir ein gemeinnütziger Verein sind. Für steuerlich absetzbare Spendenbescheinigungen meldet euch unter stubnitz@stubnitz.com, yeah!

Trägerverein Rostocker Kulturschiff Stubnitz e.V.
HypoVereinsbank Rostock
IBAN: DE37200300000019529727
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Ihr könnt uns auch supporten, indem ihr Tickets kauft, die dann, eines Tages als eure Eintrittskarte für ein Konzert eurer Wahl an Bord gilt. Das besondere dabei: Ihr bekommt Hard-Tickets im Stubnitz-Design per Post zugesendet: https://www.tixforgigs.com/de-DE/Event/34805

Support-Ticket für 15€:
Einmal freier Eintritt für ein Konzert eurer Wahl.
Silber-Support-Ticket für 25€:
Einmal freier Eintritt für ein Konzert eurer Wahl und Überraschung an Bord.
Gold-Support-Ticket für 50€:
Einmal freier Eintritt für ein Konzert eurer Wahl und Überraschung DELUXE an Bord.

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Von April bis Ende Ende Juni lief das Format Jeden Tag ein bisschen Live: Stubnitz Media Crew Corona Edition, schaut da gerne auch im Nachhinein vorbei und lasst euch mit kuratiertem Input aus dem Medien Archiv massieren. Außerdem gibt es auch unsere Radioshow ‚Stubnitz Plattenfroster’, mit Audio-Live Recordings aus dem Archiv auf Lohro 90,2 und unter: https://www.mixcloud.com/StubnitzPlattenfroster

Die vergangenen Folgen Plattenfroster Television und auch einzelne Elemente davon – wie 'RADAR' oder 'RUST NEVER SLEEPS' – lassen sich in aller Ruhe und in HD auf unserem YouTube-Channel nachschauen. Die Videos zu liken und unseren Kanal zu abonnieren hilft uns sehr, vom Algorithmus mit der Zeit nach oben gespült zu werden, so läuft das nun mal… danke!

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